• Lilli

Mein „Borneo“ – Tagebau Garzweiler

Der Anfang ist hier.


„Die Knechtstedener Wälder wachsen in einer nacheiszeitlichen vermoorten Niederung, durch die während der Eiszeit ein Rheinarm geflossen ist. Bis zu drei Meter mächtige Niedermoortorfe in ehemaligen Flutrinnen zeugen von dieser Geschichte. Schon früh haben die Prämonstratenser von ihrer Klosterstelle aus versucht, die Feuchtwälder trocken zu legen. … Nicht ausgeschlossen ist sogar, dass die Römer erste Entwässerungsmaßnahmen durchführten, um das großflächige Sumpfgebiet sicher überqueren zu können. Was den Römern und Prämonstratensern nur teilweise gelang, hat der rheinische Braunkohlentagebau mit seinen Sümpfungen vollendet:

Der Grundwasserspiegel ist mehrere Meter tief abgesunken, so dass die ehemaligen Bruchwälder trocken gefallen und inzwischen weitgehend verschwunden sind.“

Auszug aus dem Buch „Faszination Niederrhein. Mit allen Sinnen Natur erleben“ von Georg Verbücheln und Klaus van de Weyer, 2004.


Das ist nur ein kleines Zitat am Rande und hat eigentlich mit Mönchengladbach nichts zu tun. Eigentlich, aber andersrum... Sehr treffend in einem Satz die Auswirkung von Braunkohlentagebau beschrieben, die auch globale Folgen hat.


In der örtlichen Zeitschrift „Unser Odenkirchen“ erschien am 29.01.2021 ein Artikel über Tagebau Garzweiler -

Die Dörfer müssen bleiben!

Zitat: „Es ist ein handfester politischer Skandal: Das von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geleitete Wirtschaftsministerium hatte kürzlich ein – selbst in Auftrag gegebenes – Gutachten veröffentlicht, aus dem klar hervorgeht, dass die bedrohten Dörfer am Tagebau Garzweiler erhalten bleiben können. Das Brisante daran: Das Gutachten wurde ein Jahr lang absichtlich unter Verschluss gehalten…“


Und nun läuft die Beteiligung der Öffentlichkeit zur 4. Leitentscheidung zum Fortgang des Braunkohlenabbaus. Mit dem Tagebau Garzweiler II, der einen Teil des südlichen Stadtgebiets auskohlt, ist auch Mönchengladbach von den neuen Regelungen betroffen. Meine Stadt äußert sich ganz klar: Der Tagebau wird grundsätzlich abgelehnt!

Die Stellungnahme der Stadt vom 17.12.21 auf 13 Seiten ist hier nachzulesen.

Ich bin unparteiisch und gehe nicht auf die Barrikaden, aber meine Heimat ist mir sehr wichtig! Auch die globalen Auswirkungen sind mir bewusst und lassen mich nicht kalt. Darüber zu schreiben, so wie ich das kann – ist mein bescheidener Beitrag gegen Klimavernichtung auf unserem Planeten!

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