• Lilli

Hochbeet-Projekt 2020

Das war mein erfolgreiches Projekt – Blumenweide im Hochbeet.

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Auch jetzt noch lebt mein Hochbeet...

Ich bekam im Frühjahr ein Samentütchen „Bienenweide Apis Vitalis“ von DRK ohne Angaben zu den Pflanzen. In meinem Garten hatte ich eigentlich keinen Platz dafür, aber nach einer Überlegung habe ich mich einfach für das Hochbeet entschieden, weil es frei war. Bevor ich die Samen ausgestreut habe, konnte ich 10 verschiedene Sorten feststellen. Das war sehr spannend für mich, die blühenden Schönheiten zu beobachten. Sie haben auch sehr viele Insekten angezogen, darunter auch einen seltenen Goldkäfer.

Diese Weidenblumen haben mich durch das Jahr schön beschäftigt. Es war aufregend und auch weiterbildend herauszufinden, was das für Pflanzen sind. Ok, die Sonnenblumen habe ich direkt aussortiert, die passten nun wirklich nicht in mein Hochbeet. All die anderen Sorten ließ ich einfach wild wachsen.


1. Die interessanteste Pflanze für mich war Acker-Rettich (Raphanus raphanistrum)

Eine Essbare Pflanze mit tollem Geschmack! Dank der Schärfe, die an Senf oder Kresse erinnert, ist sie sehr gut für verschiedene Gerichte geeignet. Besonders die zarten Fruchtschotten schmecken vorzüglich. In den Blättern ist viel Vitamin C enthalten, dazu kommen noch die Senfölglykoside, daher auch der scharfe Geschmack. Auch die Durchsetzungskraft dieser Pflanze hat mich verblüfft, sie blühte noch im Dezember!

2. Die Schönste - Wilde Malve (Malva sylvestris)

Ihre Farbe hat mich verzaubert, intensiv lila-violett. Schon in der Antike als Gemüsepflanze bekannt. Die Blätter enthalten viel Eiweiß und Eisen. Blüten sind nicht nur zum Essen geeignet, auch zum Färben.

3. Die Unscheinbarste - Acker-Senf (Sinapis arvensis)

Nur ein paar zarten Pflänzchen konnten sich durchsetzen, dann waren sie aber schnell verschwunden. Senf ist als geschätztes Gewürz überall gut bekannt. Seine Wirkung ist antibakteriell, appetitanregend und verdauungsfördernd.

4. Die Zarteste - Sandmohn (Papaver argemone)

Zuerst dachte ich, das ist Feldmohn (Papaver rhoeas). Nach weiteren Recherchen konnte ich doch richtig bestimmen. Die Mohnpflanzen waren sehr klein und zart, hatten keine Kraft sich zu entfalten. Es kam nicht mal zur Samenbildung. Das fand ich sehr schade.

5. Die Aromatischste - Rot- und Weißklee (Trifolium pratense)

Ich hatte beide Sorten, zum Glück. Wie sie dufteten, einfach der Wahnsinn! Besonders spät nachmittags verströmten die Kleeblümchen einen intensiven honigsüßen Duft. Auch der Geschmack von Blütenblättern ist total lecker. Junge Triebe und Blätter kann man gut essen, sie enthalten viel Eiweiß und erinnern geschmacklich an zarte Erbsen.

6. Die Rätselhafteste - Echter Buchweizen (Fagopyrum esculentum)

Die Blüten in kleinen Dolden waren wunderschön weiß und bildeten eine außergewöhnliche herzähnliche Form. Die ganze Pflanze ist ein Phänomen für mich: Die roten Stängel, die Samenbildung, die Verwendung. Das war ein super Rätsel! Ein Pseudogetreide, das wirklich gut schmeckt und gesund ist.

7. Die Auffälligste - Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia)

In allen Punkten ein spannendes Gewächs! Die Blumenform ist ungewöhnlich, die Farbe entfaltet sich von Blau zu Lila. Diese Pflanze ist der echte Bienenfreund, ein beliebter und unermüdlicher Nektarspender, hat die meisten Insekten angelockt. Dazu noch ein super Naturdünger für den Boden!

8. Die Einfachste - Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris)

Unauffällige Pflanze, zählt zu den Heilkräutern. Man trifft sie oft, aber nur wenn man genau hinschaut. Ein altbekanntes Wildkraut, auch essbar. Die grünen Samentaschen sind ideal für Salate oder als eine leicht scharfe Beigabe zu dem Butterbrot.

9. Die Seltenste - Kornblume (Centaurea cyanus)

Durch die Unkrautbekämpfung mit Herbiziden ist diese wunderschöne blaublühende Pflanze zu einer wahren Seltenheit geworden. Bei Insekten sehr beliebt und auch essbar, wird gerne in der Volksmedizin eingesetzt. Die Blütenblätter werden als ein Zusatz in verschiedenen Teemischungen benutzt.

Mein Fazit – es hat sich gelohnt!

Ich bin froh, dass ich es gewagt habe, trotz Überlegung, ob das Hochbeet dafür geeignet ist. Allein die Natur zu beobachten, war für mich ein großer Gewinn, ganz zu schweigen von vielen Insekten, die diese Blumen gern angenommen haben.


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